Datensicherung als Fotograf:in – warum sie so wichtig ist

In diesem Blogartikel geht’s um ein Thema, das uns alle irgendwann mal nervt, aber das super wichtig ist als Fotograf:in: die Datensicherung. Nachdem ich gelernt habe, wie schmerzhaft es ist, Daten zu verlieren und seinen Kunden zu sagen, dass sie doch keine Bilder nachbestellen können, weil die RAW-Dateien weg sind, quatschen wir jetzt heute mal darüber, wie ich meine Daten sichere, damit das nicht nochmal passiert und warum ich mich für ein DAS-System und gegen ein NAS-System entschieden habe.

Für alle Lesefaulen hier als Video:

https://youtu.be/dms-PkTVLnw

Warum Datensicherung so wichtig

Wir reden ständig über Kameras, Objektive und Bearbeitung, aber kaum jemand über das, was im Hintergrund wirklich wichtig ist: Deine Arbeit sicher aufbewahren.

Es passiert schneller als du gucken kannst, dass

  • Festplatten einfach so von jetzt auf gleich ausfallen oder
  • SD Karten plötzlich einfach nicht mehr funktionieren oder leer sind

Ich hatte selbst schon zweimal den Moment, wo ich die Festplatte angesteckt habe und sie einfach nicht wiederherstellbar war. Ich hatte mir zwar früh angewöhnt alles doppelt auf Festplatten zu sichern, aber zwischendurch war ich zu faul und die Festplatte hat es mir dann zerhauen. Alles, was nicht doppelt gesichert war, war einfach weg. Darunter auch ein ganzer Online-Kurs und die erwähnten Bilder …

Deshalb hab ich mir 2024 Gedanken gemacht und extrem viel recherchiert, was ein gutes System für mich persönlich wäre. In die ganzen Systeme einzutauchen war gar nicht so einfach, weil es gar nicht soooo viele gute YouTube-Videos dazu gibt und ich bin ehrlich gesagt extrem lesefaul und schaue Videos oft neben der Bildbearbeitung.

Mein Setup: DAS-System + externe Backups 

Ich bin am Ende bei folgendem System gelandet, welches ich jetzt auch seit über einem Jahr nutze und womit ich gut klar komme.

Ich arbeite mit einem DAS-System (QNAP TR-004*), also einem Direct Attached Storage-System. Das heißt, es ist direkt per Kabel an meinem Rechner angeschlossen, nicht über das Netzwerk wie ein NAS-System. Warum ich mich dagegen entschieden habe später mehr.

Der Vorteil für MICH persönlich:

Ich habe einen großen Speicher, in dem alles direkt über RAID 1 auf 2 sehr langlebigen Festplatten gesichert wird (2 x 20TB Seagate Ironwolf pro). Das heißt, wenn eine der Festplatten doch mal ausfallen sollte, ist alles trotzdem noch gesichert. Die Kaputte wird dann ausgetauscht und es wird alles von der einen Festplatte einfach wieder auf die andere Platte gespiegelt. Ich habe extrem viel rumgesucht, welches RAID (0, 1, 5, 10 & was es alles noch so gibt, da findest du einiges auf YouTube drüber) System am meisten Sinn macht. Und da ich NICHT von meinem DAS direkt aus arbeite von den HD-Festplatten, brauche ich keine hohe Geschwindigkeit. Somit ist es nicht schlimm, dass RAID 1 langsamer ist, als RAID 5 oder 10. Aber mir war wichtig das Risiko zu minimieren, dass eine weitere Festplatte abschmiert, wenn eine ausfällt und alles aus den Partitionen, die bei anderen RAID Einstellungen gebildet werden, die Daten wiederhergestellt werden müssen. Das war meinem Bauchgefühl zu heikel. Theoretisch kann ich aber immer noch vom DAS aus arbeiten, es ist langsamer als meine SSDs, von denen ich normal arbeite, aber es ginge.

Jetzt hab ich schon erwähnt, dass ich von externen SSDs aus arbeite. Dort liegen also immer meine RAW-Dateien, Lightroom-Kataloge oder auch meine Videodateien. So ist meine interne Festplatte im PC so frei wie möglich und alles läuft flüssig. Immer wenn ich Bilder bearbeitet habe und Feierabend mache, schiebe ich die bearbeiteten tif & psd Dateien auf mein DAS und alles ist schon mal 3 Mal gesichert.

Der konkrete Workflow sieht also so aus:

Der konkrete Workflow sieht also so aus:

  1. Auf den SSDs liegen alle aktuellen Projekte, an denen ich arbeite. Wenn ich von einem Shooting nach Hause komme, wird dort einmal ein Ordner für die entsprechenden Kund:innen gespeichert sowie auf meinem DAS. Eine Kopie aller Bilder bleibt auf einer SD-Karte, bis die fertigen Bilder an die Kund:in verschickt sind.
  2. Die Bilder werden auf der SSD sortiert & bearbeitet. Immer wenn ein essentieller Schritt passiert ist, wird dieser auf das DAS gespeichert.
  3. Wenn die Auswahlgalerie rausgegangen ist, speichere ich alles auch nochmal auf einer weiteren externen HDD-Festplatte.
  4. Wenn das Shooting abgeschlossen ist, wird alles auf dem DAS & der einen externen Festplatte aktualisiert und regelmäßig wird diese externe Festplatte noch mit einer weiteren externen Festplatte gespiegelt, die bei meiner Mutter zuhause liegt. Damit im Falle eines Brands auch wirklich alles irgendwo abgesichert ist. Der Ordner wird von der SSD gelöscht und auch die SD-Karte ist wieder frei für das nächste Shooting.

Das ist am Ende also mein persönliches 4-3-1-Prinzip:

4 Kopien (Doppelt auf DAS & 2 externen Festplatten) – auf 3 verschiedenen Medien (die beiden externen Festplatten sind auch unterschiedliche Marken oder mindestens unterschiedliche Chargen, falls es einen Herstellungsfehler gibt, der dazu führt, dass die Festplatten gleichzeitig den Geist aufgeben – und 1 Sicherung liegt an einem anderen Ort).

Ich habe das QNAP TR-004, welches als NAS-Erweiterung mit 4 Slots für Festplatten oder als DAS genutzt werden kann. Ein bisschen nervig finde ich, dass Slot 3 & 4 nicht im RAID betrieben werden können, sondern nur 1 & 2. Aber wenn die 20 Tb voll sind, schiebe ich die beiden in 3 & 4 und 1 & 2 können wieder neu besetzt werden. Außerdem wird es mit einem USB-A-Anschluss angeschlossen & nicht USB-C, aber es ist trotzdem schnell genug für meinen Zweck. Preis-Leistungstechnisch hat das auf jeden Fall gut gepasst. Festplatten habe ich zweimal die Seagate Ironwolf Pro 20Tb. Ich könnte auch noch SSDs in das DAS einsetzen, aber dafür ist mir die Übertragung mit USB-A zu langsam und ich bin mit den externen Festplatten einfach flexibler. Aber möglich wäre ist.

Warum denn kein NAS? Das wäre doch sicherer?

An sich bestimmt, da die Dateien auch im Netzwerk gespeichert werden. Die Funktion ist auch vor allem für Teams mit mehreren Leuten praktisch, die auf Dateien zugreifen müssen, oder wenn du viel unterwegs bist. Wobei du dafür auch immer eine gute Netzwerkverbindung brauchst, wenn du große Dateien laden willst, um damit zu arbeiten. Das ist für mich im Van wieder ein Nachteil. Und da ich kein Team habe, brauchte ich auch den anderen Aspekt nicht. Dazu habe ich hier in meiner aktuellen Wohnung keinen eigenen Internetanschluss und bin im Netzwerk meines Vermieters drin. Das war mir datenschutzrechtlich mit Kundendaten ebenfalls wieder zu heikel.

Ein NAS hat sich für mich überdimensioniert angefühlt, und ich wollte die Geschwindigkeit und Einfachheit eines DAS. Alles, was ich übers NAS einrichten gesehen hatte, hat mich schon beim Anschauen genervt. Die Recherche hat genug Zeit verbraucht, also habe ich ein DAS gewählt statt des NAS. Aber das ist ja wie immer in unglaublich persönliches Thema, was da am besten zu einem passt und was nicht.

Meine Backup-Routine

Damit das Ganze funktioniert, brauche ich eine Routine, die ich auch einhalten kann:

  • Täglich oder immer bei einer Änderung der Daten: Synchronisation zwischen Rechner/SSDs und DAS.
  • Ca. Wöchentlich oder nach wichtigem Schritt für Kund:innen: Backup vom DAS auf eine externe Festplatte.
  • 2 wöchentlich bis monatlich: Festplatten bei meiner Mutter tauschen und spiegeln. (in dem Schritt bin ich noch nicht so richtig gut drin, wenn ich ehrlich bin, aber ich arbeite dran.)

Dafür gibt es theoretisch auch Programme, die automatische Synchronisationen machen, aber ich habe 3 Arbeits-SSDs und irgendwie immer das Gefühl, nachher wird etwas überschrieben, was nicht überschrieben werden sollte. Also behalte ich manuell gerne die Kontrolle.

Fazit

Datensicherung ist nervig und kostet Geld, aber sie ist deine Versicherung für deine Kreativität. Wenn du weißt, dass deine Arbeit sicher ist, arbeitest du entspannter und strukturierter. Und musst vor allem keinen deiner Kund:innen sagen: “Es tut mir leid, aber ich kann dir die Fotos nicht nochmal schicken oder du kannst nichts nachbestellen, weil ich die Dateien nicht mehr habe.” Ich sag dir, das fühlt sich mehr als mies an. Besonders wenn du eine 1-Jahres (damals noch 2-Jahres) Garantie gibst, wo nachbestellt werden kann. Wenn das im Vertrag steht, sollte man auch sicherstellen das einzuhalten-

Wenn du magst, schreib mir mal in die Kommentare: Wie sicherst du deine Daten oder hattest du schon mal einen Datenverlust?

Deine Sabrina

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