Wie findet man seinen Bildstil als Fotograf oder Fotografin?

Ich habe das Gefühl das ist eine der Fragen, die wir uns als Fotograf:innen nicht nur einmal stellen. Am Anfang vielleicht öfter, als wenn man nach einiger Zeit in der Fotografie angekommen ist. Aber auch dann liegt das nicht daran, dass wir den einen perfekten Bildstil gefunden haben, sondern daran, dass wir uns in der Veränderung dessen wohler fühlen und wir wissen, dass es nicht darum geht irgendwo anzukommen.

Lass uns darüber und dass man seinen Bildstil meiner Meinung nach nicht “findet”, sondern ihn viel eher “entwickelt”, einmal in diesem Blogartikel sprechen.

Bei Instagram habe ich auch 4 Reels geteilt, in denen ich über das alles gesprochen habe. Hier kommst du zum ersten der Videos, die weiteren Teile sind verknüpft.

Bildstil finden oder entwickeln?

Ich glaube nicht, dass man irgendwann sagt: “Ich bin jetzt bei meinem einen Bildstil angekommen.”. Man kann sicher irgendwann sagen, dass man sich mit seinem aktuellen Bildstil wohl fühlt und das Gefühl hat, dass dieser einen selbst und die eigene Fotografie repräsentiert. Aber ich glaube nicht, dass man sagen kann, ich bin jetzt da angekommen, wo ich immer bleiben werde.

Denn für mich ist der Bildstil ein Spiegel von dem, was man sieht und fühlt, wenn man sich Dinge, Lebewesen und Situationen anschaut und diese fotografiert. Das heißt, es geht entgegen dem, was viele glauben, nicht darum, dass man immer die gleichen Farben in seinen Bildern hat. Sondern um das Gefühl, welches die Bilder ausstrahlen. Egal ob du alle möglichen Farben in deinen Bildern hast, sie können am Ende dieses gleiche Feeling haben. Welches dann zu einem Erkennungszeichen wird, sodass andere direkt wissen, von dem das Bild gemacht wurde.

Bei mir haben auch viele das Gefühl, meine Bilder wären alle gold/orange. Dabei stimmt das gar nicht. Ich habe alle möglichen Farben in meinen Bildern, aber wenn man sie nebeneinander sieht, weiß man trotzdem, dass sie von der selben Person gemacht wurden.

Neben der eigenen Sichtweise auf die Welt, kommt da natürlich auch immer die Art und Weise, wie man fotografiert und die Bilder bearbeitet zusammen. Das gehört selbstverständlich mit zu deinem Bildstil dazu und kann auch nicht so richtig getrennt werden. Das heißt darüber kannst du auch Einfluss auf deinen Bildstil nehmen und durch die Bildbearbeitung zum Beispiel auch sehr unterschiedlich aussehende Bilder so bearbeiten, dass sie sich beide danach nach dir anfühlen und ins Gesamtbild passen.

Deinen Bildstil entwickeln

Das kann während der ganzen Entwicklung und wenn man Neues lernt und ausprobiert “einfach so passieren”, aber du kannst auch ganz aktiv daran arbeiten und den Prozess beschleunigen oder ihn lenken.

Und dabei ist eine Sache besonders wichtig: Wiederholung

Das bedeutet, dass du raus gehst und fotografierst was das Zeug hält und so viel bearbeitest, wie möglich (aber ohne dich auszubrennen bitte).

Dabei ist aber eine Sache ebenfalls sehr wichtig: Reflektieren

Also, dass du dich aktiv hinsetzt und dir Gedanken machst und mal analysierst:

  • Was gefällt mir denn überhaupt?
  • Was gefällt mir nicht?
  • Warum gefällt mir das?
  • Warum gefällt mir das nicht?
  • Wie kann ich mich mehr auf das konzentrieren, was mir gefällt?
  • Und wie kann ich das vermeiden, was mir nicht gefällt?

Das kann beim Fotos machen zum Beispiel bedeuten, dass du nach der Analyse bestimmte Lichtsituationen einfach vermeidest, wie ich es zum Beispiel mit starker Mittagssonne mache. Du wirst mich nicht draußen mit der Kamera sehen, wenn die Sonne ganz oben steht, außer ich bin zum Beispiel im Urlaub und mache einfach Erinnerungsfotos für mich, aber selbst dann suche ich mir Schatten.

Der Punkt dabei ist, dass ich damit schon vorher ausschließe, dass ich diesen Unterschied von sehr, sehr harten Kontrasten (hoch stehende Sonne) zu weicheren Kontrasten bei bewölktem Wetter oder bei tief stehender Sonne, gar nicht erst habe und so auch nicht mehr überlegen muss, wie ich diese beiden denn jetzt in der Bearbeitung in Einklang bekomme, damit sie zusammenpassen und in meinen persönlichen Stil rein passen.

Das bedeutet NICHT, dass du das auch so machen musst und wie ich die Mittagssonne meiden musst, aber ICH habe FÜR MICH herausgefunden, mir gefällt das nicht, also mache ich das nicht. Und da kann mich auch keiner zu zwingen genauso wie dich keiner dazu zwingen kann, das genauso zu machen.

Das Wichtige ist einfach nur, dass du dich wirklich mal ehrlich hinsetzt und nicht einfach nur machst. Mach dir Gedanken, geh auch mal gezielt raus, um etwas auszuprobieren oder probiere etwas Neues in der Bildbearbeitung. Teste dich aus, mach es zu einem Spiel, denn mit Leichtigkeit macht es auch gleich mehr Spaß dich selbst und deinen Charakter mit in das alles mit einfließen zu lassen und so deinen Bildstil zu entwickeln.

Warum es sich nicht nach deinem Bildstil anfühlt

Ich habe manchmal das Gefühl, wenn wir über Stilfindung reden, ist da immer das Gefühl dabei, wir hätten unseren Stil nur gefunden, wenn anderen Leuten dieser auch gefällt. Und klar ist es toll, wenn andere die Bilder schön finden und man positives Feedback bekommt. Aber es bringt dir nichts, wenn du dich in irgendeine Box reinzwängst, in die du nicht reinpasst.

Wenn All-Beige im Trend ist, du aber jemand bist, der eigentlich eine farbenfrohe Person ist, dann wird dieser Trend nie zu dir passen und sich nie wirklich nach dir anfühlen, egal wie beliebt er zu sein scheint.

Es wird immer jemanden geben, der/die genau das liebt, was DU machst und was DICH ausmacht.

Und wenn du gerade noch am Anfang stehst, dann hast du bestimmt auch jetzt schon deinen Stil, du siehst es nur nicht. Irgendwelche Aspekte wirst du sicher immer wieder sehen und auch erkennen, wenn du genau hinschaust. Spätestens, wenn du darauf zurück blickst. Ich habe nämlich auch am Anfang gedacht, dass ich keinen Bildstil hätte.

Aber als ich damals angefangen habe, hatte ich tatsächlich auch schon meinen Stil. Wenn man sich die Bilder anschaut, zieht sich da im Gesamtbild ein bestimmter Stil durch. Das ist vielleicht nicht das, womit ich damals glücklich war oder was mir besonders gut gefällt, aber er hat mein Wissen von damals und was ich damals am schönsten fand, widergespiegelt. Genauso wie mein aktueller Bildstil gerade das zeigt, womit ich mich jetzt am wohlsten fühle und wo ich das Gefühl habe, das spiegelt das wieder, wie ich die Szenen in meinem Kopf sehe, wie ich die Momente wahrnehme und wie ich Gefühle rüberbringen möchte.

2021
2022/2023
2024/2025

Ganz wichtig finde ich, dass das nicht für jede:n gleich sein muss und dass niemand das Gleiche schön finden muss, da der Blick auf die Welt so subjektiv und Geschmäcker so individuell sind. Ich bin davon überzeugt, dass es für jeden ein Stück von diesem Kuchen gibt.

Wenn ich sagen würde: “Deine Bilder gefallen mir nicht”, dann heißt das nicht, dass deine Bilder schlecht sind und dass deine Bilder dir nicht selbst gefallen können oder vielleicht auch einer großen Gruppe anderer Leute gefallen können, sondern einfach nur, dass das nicht meinem ganz persönlich Geschmack entspricht.

Das Wichtigste für deinen Bildstil

Ist daher meiner Meinung nach: ehrlich zu dir selber zu sein, aktiv zu reflektieren, dir die Zeit zu nehmen und gezielt Experimente zu machen. Ziellos und planlos irgendwie Bilder zu bearbeiten und Bilder zu machen bringt dich auch irgendwann an den Punkt, an dem du sagst, du hast jetzt deinen Stil gefunden. Aber wenn du es schneller machen möchtest, dann ist Wiederholung und radikale Ehrlichkeit genauso wie radikales du selbst sein der schnellste Weg.

Das bedeutet aber ganz oft auch, sich Fragen zu stellen, die überhaupt gar nichts mit Fotografie und Bildbearbeitung zu tun haben, um sich erst mal überhaupt selber kennenzulernen. Denn es ist immer so leicht zu sagen, “das soll dich widerspiegeln” oder sich “nach dir anfühlen”, aber wer bist du denn überhaupt?

Ich zum Beispiel wusste bis vor kurzem gar nicht so, wer ich denn überhaupt bin. Was ist mir persönlich denn überhaupt wichtig und was möchte ich denn selbst überhaupt? Da mal hinzuschauen, ist unfassbar wertvoll. Aber es ist auch Arbeit und zwar nicht immer die einfache Sorte von Arbeit. Es geht dabei in Richtung Persönlichkeitsentwicklung. Aber Kunst und damit auch die Fotografie ist auch ein Ausdruck von sich selbst. Wenn man diesen Teil “sich selbst” da irgendwie außen vor, fehlt dementsprechend der Ausdruck davon.

Das macht das Ganze nicht leichter, aber es ist meiner Meinung nach einfach ein großer Teil davon, wie man dahin kommt, wo man hinmöchte, wenn man danach fragt, wie man seinen Bildstil findet.

Es gibt hier leider keinen Quick-Fix oder dass ich dir sage: „Mach deine Farben immer so, mach dies immer so und das so”. Ich fand diese Antwort früher auch sehr unbefriedigend und wollte sie nicht hören. Aber das ist meine Erfahrung und meine Sicht auf das Thema Bildstil finden.

Wie stehst du zu dem ganzen Thema Bildstil? Was sind deine Erfahrungen und deine Schwierigkeiten?

Deine Sabrina

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